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Berufswelt

Am Abend eines gewöhnlichen Tages

Routine-OP im Krankenhaus

Es ist Mittwochmorgen. Die Ärzte der Abteilung »Gynäkologie und Geburtshilfe« beenden ihre Morgenbesprechung und gehen zur Visite auf Station. Wie jeden Morgen gehe ich als erstes zum Stationsstützpunkt, um die Röhrchen für die Blutentnahmen abzuholen. Ich bin Medizinstudentin im letzten Jahr und genieße es sehr, nach vielen Jahren theoretischen Studiums endlich mehr Kontakt zu Patienten zu haben und praktisch arbeiten zu können. Auch für Frau Huber sind Röhrchen vorbereitet.

Ich klopfe an die Tür und trete ins Zimmer. Frau Huber, eine Frau mittleren Alters, liegt im Bett und sieht noch etwas erschöpft aus, lächelt mich aber an und erwidert freundlich meine Begrüßung. Während der Blutentnahme habe ich Gelegenheit, mich nach ihrem Befinden zu erkundigen, und sie versichert, dass sie zwar noch müde sei, es ihr aber insgesamt gut gehe. Kurz darauf stehe ich auch schon wieder auf dem Flur und schließe die Zimmertür hinter mir. Es ist so schön zu sehen, dass unsere Patientin alles gut überstanden hat. Wenn sie wüsste, was sich am letzten Abend abgespielt hatte …

Ein ganz gewöhnlicher Eingriff

Dienstagnachmittag. Der letzte Punkt auf dem OP-Programm ist eine Hysterektomie: die Entfernung der Gebärmutter, indiziert aufgrund von Schmerzen und Blutungen. Eigentlich ein Routineeingriff, der fast täglich durchgeführt wird. Da es zu Änderungen im Ablauf kam, muss die OP nach hinten verschoben werden, worüber sich die beiden für die Operation eingeteilten Oberärzte nicht gerade freuen. Vor dem offiziellen Dienstschluss fertig zu werden, ist kaum mehr möglich. Vor dem OP-Saal meint der eine Oberarzt noch zu mir: »In einer Stunde sind wir hier wieder raus.« Normalerweise hat er mit solchen Aussagen recht. Er gehört zu den besten Operateuren der Abteilung und arbeitet nicht nur sehr präzise, sondern auch sehr zügig.

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Mirjam Ullrich

ist 28 Jahre alt und Assistenzärztin in der Geburtshilfe und Gynäkologie im Klinikum in Landshut.